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Essener Fragebogen zur Krankheitsverarbeitung

EFK

Publikationsdatum: 22.01.2016, DOI: 10.6099/1000265

Autoren

Autoren:
Franke, G.H. & Jagla, M.

Einreichender Autor:
Prof. Dr. Gabriele Helga Franke - Hochschule Magdeburg-Stendal

Einsatzbereich

Der Essener Fragebogen zur Krankheitsverarbeitung ist bei Patientinnen und Patienten mit allen chronischen körperlichen Erkrankungen einsetzbar und hat sich dort in der Anwendung bewährt. Über den Einsatz bei akut körperlich Kranken sowie bei psychisch Kranken liegen bislang keine wissenschaftlichen Publikationen vor; es wäre sehr interessant, auch diese potentiellen Einsatzgebiete zu erforschen.

Beschreibung des Verfahrens / Abstract

Der Essener Fragebogen zur Krankheitsverarbeitung (EFK) ist ein krankheitsübergreifendes Verfahren, das die aktuellen Bewältigungsanstrengungen einer Person auf emotionaler, kognitiver und der Verhaltensebene erfasst. Die neun a-priori gebildeten Skalen umfassen je fünf Items mit einer fünfstufigen Antwortskalierung (0 = „überhaupt nicht“ bis 4 = „sehr stark“) und beschreiben die folgenden Be-reiche: 1. Handelndes, problemorientiertes Coping (HPC) 2. Abstand und Selbstaufbau (AUS) 3. Informationssuche und Erfahrungsaustausch (IUE) 4. Bagatellisierung, Wunschdenken und Bedrohungsabwehr (BWB) 5. Depressive Verarbeitung (DV) 6. Bereitschaft zur Annahme von Hilfe (BAH) 7. Aktive Suche nach sozialer Einbindung (ASS) 8. Vertrauen in die ärztliche Kunst (VIÄ) 9. Erarbeiten eines inneren Halts (EIH).

Psychometrische Kennwerte

psychometrischer
Kennwert
Vorgehen Ergebnisse Stichprobe
Validität
KonstruktvaliditätEs wurden korrelative Zusammenhänge mit psychischer Belastung (BSCL, ehemals BSI) sowie sozialer Unterstützung (K22 Kurzform des F-Sozu) bestimmt.Ältere korrelative Analysen (Franke et al., 2000) zeigten, dass die EFK-Skalen sinnvoll mit den inhaltliche korrespondierenden FKV-LIS-Skalen korrelierten (Franke et al., 2000). Hier wurden Zusammenhänge zwischen Copingstrategien und der psychischen Belastung sowie sozialen Unterstützung in einer Teilstichprobe präsentiert. Zusammenfassend fanden sich die stärksten positiven, korrelativen Zusammenhänge zwischen EFK-DV und psychischer Belastung sowie die stärksten negativen mit sozialer Unterstützung. Teilstichprobe n = 529 chronisch niereninsuffiziente Patientinnen und Patienten
KonstruktvaliditätEs wurde eine explorative Faktorenanalyse über die 45 Items des EFK durchgeführt.Es fanden sich die fünf Faktoren „1. Soziale Unterstützung“ mit elf, „2. Vertrauen und Tatkraft“ mit zehn Items, „3. Informations- und Sinnsuche“ sowie „4. Depressiv-bagatellisierende Verarbeitung“ mit je acht und „5. Misstrauen und Rückzug“ mit vier Items. Drei Items blieben unter der Grenze einer Ladung von mindestens .40 und Item Nr. 31 zeigte eine Doppelladung auf den Faktoren drei und fünf. Die EFK-Skalen HPC, IUE, DV sowie ASS fanden sich vollständig wieder, bei BAH fanden sich vier und bei BWB sowie VIÄ drei Items auf einem Faktor wieder; die Items der Skalen AUS sowie EIH verteilten sich. N = 1.815
Diskriminante ValiditätEs wurde die Einflüsse der beiden soziodemografischen Variablen Geschlecht und Alter bestimmt.Es fanden sich keine statistisch signifikanten Interaktionen. Chronisch kranke Patientinnen zeigten in stärkerem Maße Suche nach Information und Erfahrungsaustausch und hatten mehr Vertrauen in die ärztliche Kunst (Eta² = .01). Alterseffekte zeigten sich bei den Skalen HPC, BWB, DV, ASS und EIH. Der deutlichste Alterseffekt zeigte sich bei EIH (Eta² = .02), hier berichteten ältere (55-64 J.) und alte (65-86 J.) chronisch Kranke über höhere Werte als junge (16-34 J.). Ähnliche Altersunterschiede fanden sich auch bei der EFK-Skala BWB (Eta² = .01). Bei DV (Eta² = .02) und ASS (Eta² = .01) hingegen nahm die Nutzung der Strategie über die Altersgruppen ab. Der Verlauf der Skala HPC über die Altersstufen war hingegen nicht linear mit geringeren Werten bei den jungen und sehr alten Patientinnen und Patienten und höheren Werten in den Altersgruppen zwischen 35 und 64 J. (Eta² = .01).N = 1.815
Reliabilität
Interne KonsistenzEs wurde Cronbachs Alpha als Maß der internen Konsistenz bestimmt, um Reliabilitätsschätzer zu erhalten.Der EFK umfasst die folgenden Dimensionen mit je fünf Items, die Reliabilität der einzelnen Skalen lag bei HPC, IUE, DV sowie ASS oberhalb von 0.70; bei AUS, BAH, VIÄ sowie EIH nur oberhalb von 0.60; bei BWB nur bei 0.51: 1. HPC: Handelndes, problemorientiertes Coping (Cronbachs Alpha = 0.80) 2. AUS: Abstand und Selbstaufbau (Alpha = 0.64) 3. IUE: Informationssuche und Erfahrungsaustausch (Alpha = 0.79) 4. BWB: Bagatellisierung, Wunschdenken und Bedrohungsabwehr (Alpha = 0.51) 5. DV: Depressive Verarbeitung (Alpha = 0.74) 6. BAH: Bereitschaft zur Annahme von Hilfe (Alpha = 0.65) 7. ASS: Aktive Suche nach sozialer Unterstützung (Alpha = 0.78) 8. VIÄ: Vertrauen in die ärztliche Kunst (Alpha = 0.65) 9. EIH: Erarbeiten eines inneren Halts (Alpha = 0.65). N = 1.815
Normierung
Stanine-WerteEs wurden Stanine-Werte für die neun Skalen gebildet.Es liegen Stanine-Werte für die neun EFK-Skalen vor.N = 1.815

verwendete Software: SPSS

Literatur

  • Franke, G.H., Mähner, N., Reimer, J., Spangemacher, B. & Esser, J. (2000). Erste Überprüfung des Essener Fragebogens zur Krankheitsverarbeitung (EFK) an sehbeeinträchtigten Patienten. Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie, 21(2), 166-172.

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