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Die deutsche Version des Interpersonal Needs Questionnaire

INQ

Publikationsdatum: 12.06.2013, DOI: 10.6099/1000087

Autoren

Autoren:
Forkmann, T., & Glaesmer, H.

Einreichender Autor:
Dr. Thomas Forkmann - Institut für Med. Psychologie & Med. Soziologie, RWTH Aachen

Einsatzbereich

Der INQ ist grundsätzlich in allen Altersgruppen einsetzbar. Er misst die Faktoren Thwarted Belongingness und Perceived Burdensomeness der "Interpersonal Theory of Suicidal Behavior", die im Rahmen der Abschätzung des Suizidalitätsrisikos sinnvoll eingesetzt und zur Veränderungsmessung genutzt werden können.

Beschreibung des Verfahrens / Abstract

Der Interpersonal Needs Questionnaire (INQ) ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen und misst zwei zentrale Konzepte der „Interpersonal Theory of Suicidal Behavior“, auf Deutsch interpersonale Theorie suizidalen Verhaltens (ITSV), Thwarted Belongingness und Perceived Burdensomeness. Thwarted Belongingness bezieht sich auf den Eindruck, von anderen entfremdet bzw. nicht Teil einer wertgeschätzten Gruppe, einer Familie und/ oder eines Freundeskreises zu sein. Perceived Burdensomenes beschreibt die subjektive Überzeugung, dass die eigene Existenz eine Last für Familie, Freunde und / oder die Gesellschaft darstellt. Beide Konzepte werden in der ITSV als proximale Prädiktoren für suizidale Gedanken und Wünsche verstanden, die, wenn zusätzliche Bedingungen erfüllt sind, suizidales oder schwer selbstschädigendes Verhalten auslösen können. Die bisherige Empirie stützt grundsätzlich die Annahmen der Theorie und die klinische Bedeutung der beiden Konstrukte (Joiner, 2005; van Orden et al., 2010). Der INQ besteht aus 15 Items, die zu zwei Skalen zusammengefasst werden: „Thwarted Belongingness“ (9 Items; auf Deutsch etwa „enttäuschter Wunsch nach Zugehörigkeit“) und „Perceived Burdensomeness“ (6 Items; auf Deutsch etwa „wahrgenommene Belastung“). Die Items beginnen alle mit „Zurzeit…“ und sind 7-stufig skaliert von „trifft überhaupt nicht auf mich zu“ (1) bis „trifft voll und ganz auf mich zu“ (7). Die Testdurchführung dauert in der Regel weniger als fünf Minuten.

Psychometrische Kennwerte

psychometrischer
Kennwert
Vorgehen Ergebnisse Stichprobe
Validität
KonstruktvaliditätKorrelation mit Depressivität (PHQ-2)signifikante positive Korrelation mit beiden Faktoren: r = 0.48 mit Thwarted Belongingness und r = 0.40 mit Perceived BurdensomenessN = 276 (Studentische Stichprobe)
Konstruktvaliditätfaktorielle Validität: Konfirmatorische FaktorenanalyseDie zweifaktorielle Struktur des englischen Originals konnte mit guten Fit-Werten (RMSEA, CFI, TLI) bestätigt werdenN = 276 (Studentische Stichprobe)
Reliabilität
Interne KonsistenzCronbach"s AlphaThwarted Belongingness: 0.83 Perceived Burdensomeness: 0.88N = 276 (Studentische Stichprobe)

verwendete Software: SPSS Statistics 20.0, AMOS 20.0

Literatur

  • Van Orden, K. A., Cukrowicz, K. C., Witte, T. K., & Joiner, T. E. (2012). Thwarted Belongingness and Perceived Burdensomeness: Construct Validity and Psychometric Properties of the Interpersonal Needs Questionnaire. Psychological Assessment, 24, 197-215.
  • Van Orden, K. A., Witte, T. K., Cukrowicz, K. C., Braithwaite, S. R., Selby, E. A., & Joiner, T. E. (2010). The Interpersonal Theory of Suicide. Psychological Review, 117, 575-600.

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