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Reactive-Proactive Questionnaire

RPQ

Publikationsdatum: 07.11.2013, DOI: 10.6099/1000111

Autoren

Autoren:
T.D. Vloet; G.G. von Polier; B. Herpertz-Dahlmann; A. Raine

Einreichender Autor:
PD Dr. med Timo Vloet - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes und Jugendalters der RWTH Aachen

Einsatzbereich

Erfassung reaktiver und proaktiver Aggressivität bei Kindern und Jugendlichen ab einem Alter von 8 Jahren in Form einer Selbstbeurteilung.

Beschreibung des Verfahrens / Abstract

Beim RPQ handelt es sich um einen kurzen Selbstbeurteilungsfragebogen, der Korrelate aggressiven Verhaltens erhebt und eine Unterscheidung zwischen proaktiver, reaktiver und gemischt proaktiv-reaktiver aggressiver Verhaltensweisen ermöglicht. Es werden dafür getrennte proaktive bzw. reaktive Aggressionsskalen generiert. Beide Skalen werden zu einem generellen Aggressionsscore summiert (für Details, siehe auch Raine et al. (2006). Die Items wurden von Adrian Raine und Kenneth Dodge auf Basis einer Lehrerbeurteilung für proaktiv-aggressives Verhalten (Brown, Atkins, Osborne, & Milnamow, 1996; Dodge & Coie, 1987) sowie auf dem Konzept und theoretischer Literatur zu proaktiver und reaktiver Aggression entwickelt (Barratt, 1991; Dodge & Coie, 1987; Meloy, 1988; Vitiello, Behar, Hunt, Stoff, & Ricciuti, 1990). Der Fragebogen besteht aus 23 Items, wobei jeweils 12 Fragen zu reaktiver und 11 Fragen zu proaktiver Aggressivität in wechselnder Anordnung aufgelistet werden. Jede Aussage wird auf einer Dreipunktskala (0= niemals, 1= manchmal, 2= oft) kodiert. Der RPQ erfasst sowohl körperliches als auch verbal aggressives Verhalten und im Hinblick auf reaktive Aggressivität Ärger, der als Antwort auf externe Stimuli zu verstehen ist. Es dauert ungefähr 3 Minuten für ein Kind, den Fragenbogen auszufüllen. Voraussetzung ist ein Lesealter von mindestens 8 Jahren. Parallel sind Versionen für Erzieher und Lehrer entwickelt worden.

Psychometrische Kennwerte

psychometrischer
Kennwert
Vorgehen Ergebnisse Stichprobe
Validität
KonstruktvaliditätProbanden wurden nach Art der Delikte in gewalttätige und nicht gewalttätige eingeteilt; Gruppenvergleich hinsichtlich Aggressiontypus.Signifikant mehr proaktive und reaktive Aggression sowie höhere Residualwerte proaktiver Aggression in gewalttätiger Gruppe; kein Gruppenunterschied Residualwerte reaktive Aggression707 Probanden; Alter 6 -64 Jahre; Cima et al., 2013
Reliabilität
RetestreliabilitätMessung des RPQ an t0 (Jahr 1), ein Jahr danach (Jahr 2) und zwei Jahre danach (Jahr 3).Reaktive Aggresion ICC 1-2 0,44; 1-3 0,39. Proaktive Aggression ICC 1-2 0,36; 1-3 0,36; Gesamt-Aggression ICC 1-2 0,45; 1-3 0,41. Alle p < 0,001Jahr 1: 324 jugendliche Straftäter; Jahr 2: N= 259; Jahr 3 N=230; Cima et al., 2013
Interne KonsistenzBerechnung Crohnbach"s Alpha Subskalen und Gesamt-AggressionReaktive Aggression α = 0,84; Proaktive Aggression α = 0,86; Aggression gesamt α = 0,90334 Jungen, mittleres Alter 16,15 (SD 0,89); 41,2% Kaukasisch; 58,8% Afro-Amerikanisch; Raine et al., 2006
Normierung
Vorläufige VergleichswerteBerechnung von Mittelwerten und Standardabweichung; Reaktive Aggression: 7,14 (4,18); Proaktive Aggression: 2,79 (3,47); Aggression gesamt 9,93 (6,97)334 Jungen, mittleres Alter 16,15 (SD 0,89); 41,2% Kaukasisch; 58,8% Afro-Amerikanisch; Raine et al., 2006

verwendete Software:

Literatur

  • Raine, A., Dodge, K., Loeber, R., Gatzke-Kopp, L., Lynam, D., Reynolds, C., . . . Liu, J. (2006). The Reactive-Proactive Aggression Questionnaire: Differential Correlates of Reactive and Proactive Aggression in Adolescent Boys. Aggress Behav, 32(2), 159-171
  • Cima, M., Raine, A., Meesters, C., & Popma, A. (2013). Validation of the Dutch Reactive Proactive Questionnaire (RPQ): differential Correlates of Reactive and Proactive Aggression from childhood to adulthood. Aggress Behav, 39(2), 99-113.

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